im alpengarten auf der rannach

genug von der dunstglocke über graz? einer der schönsten ausflugsziele, um dem grazer feinstaub zu entkommen, ist der alpengarten rannach. sehenswert schon im frühjahr der schaugarten inklusive pilzzucht lehrpfad, der voriges jahr neu angelegt wurde. angenehmer nebeneffekt: die pilze landen fast das ganze jahr über frisch in der küche.

pic alpengartenrannach.at

jetzt liegt der garten zwar noch im winterschlaf, aber im angeschlossenen gasthaus herrscht ganzjähriger betrieb. wirtin angelikas küche ist berühmt und bekannt- beste steirische schmankerl, alles zubereitet aus naturprodukten aus der umgebung hohe rannach. selbst angesetzte schnäpse, eingelegtes gemüse aus dem garten und zahlreiche chili chutney varianten bekommt man im kleinen aber feinen hofladen.
Im mai wird es wieder den jährlichen bio pflanzenmarkt geben, der garten freaks von nah und fern anzieht. immer wieder gibt es vernissagen, kleinere konzerte und literarische veranstaltungen.

am freitag, den 25. feber um 18.00 uhr gibt es eine „wein degustation der firma engel mit schmankerlbegleitung“ – um reservierung wird gebeten unter:
Do bis So ab 10 Uhr – Info:+43 316 69 43 87 – jausenstation@alpengartenrannach.at

Der Speisepilz als Heilpilz – Gleichberechtigung

Man holding ganoderma mushroom. Artist: Chen Hungsho (1599-1652)
Mann mit Judasohr Pilz

Da mich das Thema Heilpilze ein wenig gepackt hat, habe ich mir mal die Quellen im Internet angeschaut und habe bemerkt, dass das Wissen im deutschsprachigen Raum ein wenig wenig ist. Wenn man nur mal die Wikipedia Artikel mit den englischen Artikeln vergleicht wird man feststellen, dass hier grosse Unterschiede zu finden sind. In den deutschen Quellen wird fast nur drum rum geschrieben, wobei es in den Englischen Artikeln wirklich zur Sache geht. Hier ein netter Fundus zum Thema Heilpilze und Medizinische Mykotherapie:

http://en.wikipedia.org/wiki/Medicinal_mushrooms

http://de.wikipedia.org/wiki/Mykotherapie

Viel Spass beim Nachlesen – ich bleib hier auch dran. Falls ihr nun euren Wunschpilz gefunden habt, und der auch noch zu kultivieren ist, dann bin ich gerne bereit zu helfen.

Schönen Abend noch, euer Bauer!

Pilzanbau auf Strohballen

Strohballen foliert
Strohballen foliert

Ich habe mir letztes Jahr den Kopf darüber zerbrochen wie man den Anbau auf Strohballen für den Hobby-Züchter einfacher machen kann. Für den Normalverbraucher ist es schon kompliziert ein geeignetes Gefäß zu finden wo man den Ballen komplett rein bringt. Dann sollte man sich noch Gedanken machen in welchen Arbeitsschritten man das machen muss, damit der Ballen nicht wieder aus der Tonne fällt, wenn er dann oben aufschwimmt. Also muss neben einer großen Regentonne noch eine Europalette oder ein paar Baumstämme zum Beschweren her. Die Tonne sollte dann auch noch so platziert werden, dass man danach den Ballen nicht mehr zu weit tragen muss – der wird dann richtig schwer… Manchmal habe ich auch schon gehört, dass dies mit Sprinklern gemacht wird was ich für einen absoluten Schwachsinn halte.

Von diesem Irrsinn provoziert habe ich mir dann Gedanken gemacht und eine Lösung gefunden und diese auch erfolgreich getestet. Alles was man dazu benötigt ist eine Stretch-Verpackungsfolie die man im Baumarkt oder Verpackungshandel bekommt. Der Strohballen wird mit mehreren Schichten eingewickelt. Hier sollte man nicht mit der Folie und mit der Kraft sparen. Ich wickle die Ballen immer über die Diagonale mit mind. drei Schichten, dann über Kreuz und und dann den Rest. Schaut einfach, dass sich überall mind. 6 Schichten befinden. Das ganze dauert ca. 10 Minuten – also viele wickeln und ziehen. Umso fester der Ballen mit der Folie eingepackt wird umso besser da auf die Folie später ein ziemlicher Druck durch das eingefüllte Wasser kommt.

Wenn der Ballen nun fertig gewickelt ist, kann man auf der Oberseite zwei Löcher mit einem Pflanzeisen stechen. In eines kommt der Wasserschlauch und das andere dient nur um die Luft die durch das Wasser verdrängt wird los werden zu können – damit er nicht platzt. Nachdem der Ballen komplett mit Wasser gefüllt ist kann man sich entscheiden ob man das Stroh nur nass machen will (1 Tag) oder ob man das Stroh fermentieren will (>5 Tage). Nach der Wartezeit kann man das Wasser einfach ablassen, indem man unten mit dem Plfanzeisen zwei drei Löcher sticht. Wenn das Wasser vollkommen abgeronnen ist, dann würde ich ihn noch ein paar Stunden ruhen lassen, damit wirklich alles abrinnt.

Nun kann mit dem Beimpfen begonnen werden. In den Ballen werden auf allen langen Seiten drei Löcher gestochen. Man benötigt einen Liter Pilzbrut (z.B. Austernseitling, Sommer Seitling, Braunkappe, Gelber Seitling) die dann gleichmässig in die Löcher gestopft wird. Die Löcher sollten auch nicht verschlossen werden. Der Ballen wird ein paar Wochen feucht und schattig gelagert damit der Pilz den Ballen durchwachsen kann. Wenn der Ballen mal schön weiss ist, bzw. schon die ersten Früchte raus kommen steht die nächste Entscheidung an – Folie ab oder nicht. Dies ist dann reine Ansichtssache – rein technisch wäre es besser wenn die Folie oben bleibt, da die Feuchtigkeit besser gespeichert werden kann. Bei Braunkappen muss die Folie ab und ein Erdkontakt hergestellt werden. Bei den Seitlingen ist das egal. Wenn der Ballen im Garten stehen soll und als Blickfang dienen soll, dann würde ich die Folie abschneiden – wenn er im Keller bleibt, dann würde ich die drauf lassen, da es dann sauberer bleibt.

Viel Spass beim Nachmachen, Euer Bauer!

Stroh Qualität – Bio oder normal

Strohballen
Strohballen

Bei der Wahl vom Stroh für den Pilzanbau ist Vorsicht geraten. Hier sollte nur ungespritztes Stroh verwendet werden, da sonst Fungizide oder Halmverkürzer im Stroh sind was keine gute Basis für eine Pilzzucht darstellt. Noch schlimmer – die Pilze werden vielleicht gar nicht auf dem Stroh wachsen. Das Stroh sollte frisch riechen und nicht mockig. Ob es sich um ein Bio Stroh oder konventionell angebautes handelt ist komplett egal – nicht gespritzt und keine Gentechnik Samen – das ist wichtig. Weiters sollte es keine schwarzen Stellen aufweisen oder gar Erde mit drin sein. Also Augen und Nase auf beim Strohkauf! Am besten ihr kauft das beim Bauern eures Vertrauens und nicht irgendwo im Ebay.

Heilpilz verboten – Vitalpilz erlaubt

Heilpilz - Shiitake am Baumstamm
Natürliche Heilpilz Tablette (Shiitake)

Suchen wir nicht alle nach dem Gral des ewigen Lebens? Suchen wir nicht alle ein Heilmittel, einem Schönmacher – oder haben wir einfach nur Angst, dass uns die Schulmedizin nicht helfen kann? Vielversprechende Angebote, vor allem im Internet, bieten uns all dies an. Endlich kann man sich auch mit Pilzpulver Tabletten voll stopfen und berauscht vom PR Text des Anbieters hoffen, dass die hochgejubelten Tabs auch helfen. Die anderen grossen Tabletten Hersteller und deren Lobby haben dies natürlich auch schon längst erkannt und versuchen mit aller Gewalt die Heilpilze aus unseren Gehirnen zu verdrängen und die Heilwirkungen der Pilze in Patente zu quetschen. Drum ist es ja auch „verboten“ die heilende Wirkung von Pilzen nicht mehr mit dem Ausdruck Heilpilz zu bezeichnen. Schlaue Worterfinder haben sich dann auf das Wort Vitalpilze beschränkt. Also Mut zum richten Namen – ja, Heilpilz! Habt ihr euch eigentlich schon mal überlegt woher die Pilze kommen oder ob es überhaupt Fruchtkörper der Pilze sind? Nachdem ich immer wieder gelesen habe, dass sich Pilzfrüchte in deren Produkten befindet und nicht nur Mycel, braucht man hier nur mehr logisch nachdenken. Packen die da einfach alles rein was mit dem Pilz zu tun hat? Esst ihr da draussen Tabletten mit Sägespänen oder gar Erde aus streng kontrolliertem Anbau aus China?

Liebe Leute – lasst euch nicht verarschen und nehmt das Ding selbst in die Hand. Pilzanbau ist zwar nicht einfach aber auch nicht unmöglich. Das ist die einzige Möglichkeit die Gewissheit zu haben, dass der Wunsch-Heilpilz in einer intakten, kontrollierten und sauberen Umgebung – deinem Lebensraum – wachsen kann. Und dann ist es auch so weit – nix mehr Tablette – sondern einfach den frischen Pilz runter schneiden, essen und wissen was man isst. Und eines kann ich euch garantieren – das schmeckt 1000 mal besser als so eine „Unbekannt-Tablette“.

Mahlzeit!

Pilzanbau auf Holzstämmen

Baumstamm mit Körnerbrut beimpfen
Baumstamm beimpfen

Wenn man nun mal die gewünschten Holzstämme gefunden hat wird beimpft. Manch einer denkt sich, dass wir hier mit Spritzen arbeiten oder so. Das Wort beimpfen hat schon öfter für einen Grinser in meinem Gesicht gesorgt. Für die Arbeiten benötigt man 2-3 Baumstämme vom Laubholz, 1 Liter Körnerbrut und Gewebe-Klebeband. Die Körnerbrut kann man in Österreich auf www.pilzzucht.at bestellen oder direkt bei den Bauern abholen.

Bei der Schnittimpfmethode säget man den Stamm ein (Schnitt muss zu 2/3 in das Holz hineingehen2-3 Einschnitte auf 1m).  Die Schlitze sollten ca. 1-1,5 cm breit sein, damit die Pilzbrut noch mit dem Finger hineingestopft werden kann. Sägeschnitte mit Pilzbrut befüllen, leicht fest drücken und mit Klebeband verschließen.

Die beimpften Stämme lagert man für die Besiedelung in einer Miete an einem schattigen Platz im Garten oder im Keller. Für die Miete wird eine 10-20 cm hohe Schicht aus gesunden, nicht mit Schimmel befallenen Stroh verwendet. Die Stämme werden auf das Stroh gelegt und eventuell noch mal mit ein bisschen Stroh abgedeckt. Das ganze wird dann noch mit einer Kunststofffolie abgedeckt. In die Folie werden ein paar Löcher geschnitten damit ein Luftaustausch möglich ist. Vorsicht auf Sonne – Pilze lieben den Schatten! Nach ein paar Monaten kann man den Pilz am Stirnholz sehen (weisse Flecken) und die Früchte werden nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Richtige Zeit für den Pilzanbau auf Baumstämmen

Sommerseitlinge auf Birkenstämmen nach 3 Monaten
Sommerseitling auf Birkenstämmen

Wer den Pilzanbau auf Baumstämmen starten will, sollte sich nun um Holz umsehen, da die Bäume noch nicht voll im Saft stehen. Bei der Wahl vom Holz ist wichtig, dass der Baum gesund ist und dass die Rinde komplett am Stamm ist. Es kann fast jedes Laubholz, vorzugsweise Eiche oder Birke verwendet werden. Ich verwende Stämme mit einem Durchmesser von maximal 20 Zentimeter und einer Länge von zirka einem Meter. Die Holzstämme sollten recht rasch nach dem fällen beimpft werden. Also Schnitthose und Schutzhelm packen und ab in den Wald! Passt auch auf wo hin der Baum fällt (LG an meinen Cousin Hansi)!