Pilzzucht Hype auf Kaffeesatz

Mycel auf Kaffeesud
Mycel auf Kaffeesud

99,8 bis 99 Prozent vom Kaffee landen in der Bio-Mülltonne – es werden anscheinend nur 0,2-1% der Stoffe aus dem gemahlenen Kaffee gelöst. Ich denke bei Tee wird das wohl ähnlich sein. Der Unterschied hier ist, dass gerösteter und dann gemahlener Kaffee eine holzartige Struktur aufweist. Wie wir wissen fressen Pilze auch Holz und daher auch den Kaffeesud. Das hört sich doch gut an! Anstatt den Kaffeesud auf den Komposthaufen oder in die braune-Tonne zu kippen bauen wir doch einfach Pilze an. Richtig wichtig ist hier die Qualität vom Roh-Kaffee und auch das Alter vom Kaffeesud. Wenn man den Kaffeesud nun bei den Wirten zu „entsorgen“ beginnt dann sollte man sich vorher auch ein paar Gesetzestexte durch lesen und eine „Lösung“ finden. Das soll aber hier nicht das Thema sein, da wir ja für uns selbst ein paar Pilze züchten möchten und unseren Kaffeesud verwenden möchten. Seit Chido das Thema in Europa aufgebracht hat habe ich mir das Thema Kaffee genauer angeschaut und für mich entschlossen, dass ich bei Rohstoffen aus Österreich – also Holz – bleiben werde.

Damit man seinen eigenen Kaffee zu Pilzsubstrat verwandeln kann benötigt man ein Gefäß, frischen Kaffeesud und Körnerbrut (für Anfänger von Seitlingen). Optimal eignet sich ein Kübel mit ein paar Luftlöchern die mit Filtern verschlossen werden sollten. Beim Start ist die Reinigung von allen Objekten wie Kübel und Löffel zum Mischen wichtig. Die Körnerbrut kommt in das Gefäß und wird mit abgekühlten, frischen Kaffeesud vermischt. Der Kaffeesud sollte nicht patsch-nass sein – wenn er beim zerdrücken in der Hand nicht tropft dann passt es. Den Kaffeesud aus dem Kaffeeautomaten kann man in der Regel problemlos verwenden, da dieser meist recht kompakt und nicht zu feucht ist. Bitte aufpassen, dass der Kaffeesud nicht zu heiß ist (wenn es in der Hand brennt, dann ist er zu heiß). Das Gefäß soll verschlossen werden und bleibt bei Zimmertemperatur stehen. Man gibt dann täglich seinen Kaffee dazu bis das Gefäß voll ist. Ab und zu – beim Befüllen – sollte das Substrat auch befeuchtet werden. Das Gefäß sollte auch 10 Liter nicht überschreiten wenn man nur Kaffeesud verwendet. Wenn das Gefäß voll ist, dann bleibt es für ca. 3-4 Wochen bei Zimmertemperatur stehen bis sich bei den „Luftlöchern“ die Primordien der Pilze bilden. Danach sollte das Gefäß rundum feucht gehalten werden.

Wenn man kein Kaffee-Trinker ist, dann kann man auch Sägespäne, Stroh oder Kokossubstrat (wenn es von weiter her sein soll) verwenden.

Ich entwickle nun schon seit längerer Zeit ein PilzZucht Grow Kit für kleinere Mengen an Substrat. Die Welt wird hier nicht neu erfunden, aber wir haben uns einige Gedanken beim finalen Produktdesign gemacht. Das PilzZucht Grow Kit sollte noch bis Ende November auf www.pilzzucht.at finden zu sein.

Liebe Grüße,
euer Bauer!

Ein Gedanke zu „Pilzzucht Hype auf Kaffeesatz“

Kommentare sind geschlossen.